Gesunde Ernährung, viele Spermien


Ein Hoch auf Fisch und Gemüse
Gesunde Ernährung, viele Spermien

Seit Jahrzehnten geht es bei Männern in den Industrienationen mit der Spermaqualität bergab. Liegt das womöglich an den um sich greifenden ungesunden Essgewohnheiten?

Weichmacher, Pflanzenschutzmittel, Handy …

Als Ursache für die schon lange bekannte verminderte Spermaqualität westlicher Männer diskutieren Experten eine Vielzahl von Faktoren: Sie reichen von Weichmachern aus Plastik und Pflanzenschutzmitteln, die über die Nahrungsketten in den Organismus gelangen, bis zum Handy in der Hosentasche. Ob sich womöglich auch unterschiedliche Ernährungsweisen auf die Spermienproduktion auswirken, haben nun Urologen untersucht.

3000 Männer, 4 Ernährungsstile

Rund 3000 gesunde junge Männer (Durchschnittsalter 19 Jahre) gaben ihm Rahmen ihrer Musterungsuntersuchung an, wie häufig sie in den drei Monaten zuvor bestimmte Produkte aus einer Liste von 136 Lebensmitteln gegessen hatten. Die Wissenschaftler unterschieden schließlich vier Ernährungsstile:

  • Western-Style Diät mit viel Pizza, Pommes, verarbeitetem Fleisch, Weißmehlprodukten und gesüßten Getränken
  • Gesunder Ernährungsstil mit viel Fisch, Hühnchen, Gemüse und Obst
  • Open-Sandwich-Stil mit viel kaltem Fleisch, kaltem Fisch, Vollkornprodukten, Mayonnaise, Gewürzen und Milchprodukten
  • Vegetarischer Stil mit viel Gemüse, Soja, Milch und Eiern.

Spermien gleich mit gemustert

Außerdem untersuchten die Urologen auch Ejakulat, Hormone und Hodenvolumen der jungen Männer. Bei der Analyse der gewonnen Daten zeigte sich, dass die Samenqualität tatsächlich mit den Essgewohnheiten assoziiert war. Männer, die sich gesund ernährten, schnitten mit durchschnittlich 167 Millionen Spermien im Ejakulat am besten ab. Den zweiten Platz errangen die Vegetarier: Sie hatten durchschnittlich 151 Millionen Spermien vorzuweisen, die Open-Sandwich-Freunde belegten mit durchschnittlich 146 Millionen Platz 3. Männer, die dem Western-Style – sprich vor allem Junk-Food — frönten, bilden mit durchschnittlich 122 Millionen Spermien das Schlusslicht.

Auch Hodenvolumen betroffen

Doch nicht nur für die Anzahl der Spermien ließ sich ein Zusammenhang mit der Art der Nahrung feststellen. Die gleiche Tendenz zeigten Beweglichkeit der Spermien, Hodenvolumen und Hormonkonzentrationen. Sämtliche Parameter waren bei den gesundheitsbewussten Essern besser als bei den Western-Style-Verfechtern. Die Spermaqualität scheint offenbar unter einer fett- und zuckerreichen, ballaststoffarmen Ernährung zu leiden, schreiben die Urologen. Ob die ungesunde Nahrung tatsächlich die Ursache dafür ist oder ob beide Parameter nur korrelieren, kann diese Untersuchung nicht klären. Nach Meinung der Autoren scheint der Versuch, schlechte Spermaqualität durch eine gesunde Ernährung zu verbessern, trotzdem gerechtfertigt zu sein. Immerhin fielen bei den gesund ernährten jungen Männern auch andere Marker wie das Hodenvolumen und die Hormone besser aus.

Quelle: Ärztezeitung 

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